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Betriebswirt HWK

Die Qualifizierungsmaßnahme zum Betriebswirt HWK – die höchste anerkannte Fortbildung im Handwerk – richtet sich insbesondere an Handwerksmeister, Führungskräfte in Handwerksbetrieben, mitarbeitende Unternehmerfrauen, Gesellen, Facharbeiter, Techniker, Diplom-Ingenieure, Büro- und Industriekaufleute, Bürofachwirte im Personal- und Rechnungswesen, Fachkaufleute, Betriebsassistenten im Handwerk, Kaufmännische Fachwirte (HWK) und Technische Fachwirte (HWK).

Mit einer Weiterbildung der Handwerkskammer zum Betriebswirt HWK

Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und des Qualitätsanspruchs im Handwerk erfordert eine an den aktuellen Bedürfnissen der Kunden und eine am Markt orientierte Weiterbildungsstrategie, die auch auf den zunehmenden Verdrängungswettbewerb, steigende Kosten, notwendige betriebliche Konzentrationsprozesse oder wachsende Internationalität kompetente und umsetzbare Antworten hat.

Mit einer praxisbezogenen und bundeseinheitlich geregelten Weiterbildungskonzeption und dem Erreichen des anerkannten Abschlusses Betriebswirt (HWK) reagiert die Bundesregierung gemeinsam mit den Handwerkskammern auf diese wachsenden unternehmerischen Herausforderungen.

Qualifizierung zum Betriebswirt HWK durch verschiedene  Organisationsformen

Unter Berücksichtigung der individuellen beruflichen und zeitlichen Möglichkeiten der genannten Zielgruppe bieten die Handwerkskammern die Weiterbildung zum Betriebswirt HWK als Teilzeit-, Vollzeit- oder Online – Studium mit einem Gesamtaufwand von ca. 500 Stunden an.

Eine berufsbegleitende Teilzeit – Qualifizierung kann durch Abend- oder Wochenendseminare erfolgen. Wenn Sie für die Abendveranstaltungen entscheiden, studieren Sie mehrmals pro Woche ca. 4 Stunden, absolvieren etwa 125 Seminare und benötigen ca. 30 Monate.

Die Wochenendseminare finden meist ganztägig freitags und samstags statt. Bei etwa 25 Veranstaltungsterminen beträgt die Studienzeit etwa 18 Monate.

Sofern Sie Tagesseminare oder Vollzeitkurse für Ihre Weiterbildung favorisieren, können Sie alle 2 bis 3 Wochen und an 1 bis 2 Wochentagen insgesamt rund 50 Seminare in etwa 18 Monaten absolvieren oder alternativ einen 12-wöchigen Vollzeitkurs belegen.

Die Weiterbildungen sind in der Regel branchenneutral angelegt, jedoch gehen die Handwerkskammern verstärkt dazu über, ihre Fortbildung branchenbezogen beispielsweise auf das Friseurhandwerk, das Kraftfahrzeuggewerbe oder Gesundheitsberufe auszurichten. Im Mittelpunkt steht dennoch die Reflexion gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge.

Inhalte der Aufstiegsfortbildung zum Betriebswirt HWK

Der Rahmenlehrplan des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks sieht seit seiner Neustrukturierung nachfolgend modular aufgebaute Schwerpunktthemen für die Qualifizierung zum Betriebswirt HWK vor:

  • Planung und Organisation (Betriebsorganisation, Arbeitsvorbereitung, Zeitwirtschaft und Projektmanagement, Betriebsplanung und Sicherheit / Arbeitsschutz, Materialwirtschaft),
  • Finanz- und Rechnungswesen (Bilanzanalyse und Erfolgsrechnung, Betriebsabrechnung / Kalkulation / Kostenmanagement, Finanzierung, Controlling),
  • Marketing (Marktanalyse, Marketingziele und –strategien, Marktgestaltung, Verkaufstechnik),
  • Personalmanagement (Persönlichkeitsentwicklung, Führung und Motivation, Mitarbeiterauswahl und Entlohnung, Rhetorik und Gesprächsführung),
  • Recht (Privat- und Prozessrecht, rechtliche Gestaltung des Betriebes / Handelsrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht, soziale Sicherung) und
  • Volkswirtschaftliche Zusammenhänge (Grundlagen und ausgewählte Fragen).

Voraussetzungen für eine Qualifizierung zum Betriebswirt HWK

Für eine Teilnahme an der Weiterbildung (und Prüfung) zum HWK Betriebswirt Fernstudium wird in der Regel eine abgelegte Meisterprüfung in einem Handwerk oder entsprechende kaufmännische Kenntnisse vorausgesetzt.

Obwohl diese Zulassungsbedingungen bei allen Handwerkskammern formal gleich sind, sollten Sie sich dennoch bei der von Ihnen gewählten Kammer über gegebenenfalls bestehende Ausnahmeregelungen für Fachwirte, Fachkaufleute oder sonstige gleichgestellte Qualifikationen informieren.

Kosten des HWK – Studiums

Informationen zu den für die Weiterbildung zum Betriebswirt (HWK) entstehenden Kosten erhalten Sie direkt bei den jeweils zuständigen Handwerkskammern.

Tipps zu Fördermöglichkeiten für Ihre Qualifizierung zum Betriebswirt (HWK) wie etwa Meister – BAföG finden Sie zudem in der Förderdatenbank des Bundes. Sprechen Sie in jedem Fall Ihren Arbeitgeber an, ob er Ihre Weiterbildung finanziell unterstützt!

Vorteile der Weiterbildung zum Betriebswirt HWK

  1. Die Qualifizierungsmaßnahmen der Handwerkskammern ermöglichen den im oder rund um das Handwerk Berufstätigen eine anerkannte und hochwertige Qualifizierung oberhalb der Meisterebene („Meister plus“) und damit ein „Premiumprodukt“ der handwerklichen Berufsausbildung.
  2. Die Aufstiegsfortbildung zum Betriebswirt (HWK) ist mit einem Hochschulstudium vergleichbar und orientiert sich an Erfordernissen der betrieblichen Handwerkerpraxis.
  3. Das bisher im Rahmen der Berufs- oder Meisterausbildung erworbene Wissen können Sie mit dieser Weiterbildung an aktuelle Anforderungen anpassen und um spezielle betriebswirtschaftliche Kenntnisse gezielt erweitern.
  4. Erfahrungsaustausch und Expertennetzwerke sichern den Bezug zu den täglichen Problemstellungen des Arbeitsalltages.
  5. Sie können für Ihre Qualifizierung entsprechend Ihrer individuellen Möglichkeiten unter verschiedenen Organisationsformen wählen und somit das Studium mit Ihrer beruflichen Tätigkeit weitgehend harmonisieren.
  6. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die für die Qualifizierung entstehenden Kosten steuerlich geltend machen und Fördermöglichkeiten wie Meister – BAföG in Anspruch nehmen.
  7. Neben den fachspezifischen Inhalten erwerben Sie in dieser Aufstiegsfortbildung zum Betriebswirt (HWK) Qualifikationen zum strategischen Denken und Handeln in Ihrer täglichen Arbeit.

Abschluss der Weiterbildung zum Betriebswirt HWK

Nach Absolvierung der für die Ausbildung vorgesehenen Seminartage legen Sie auf Basis der Fortbildungsprüfungsordnung der Handwerkskammer vor dem Prüfungsausschuss eine Prüfung in den Fächern

  • Unternehmensstrategie (Bewertung volkswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, Bewertung rechtlicher Rahmenbedingungen, Planung einer Unternehmensstrategie),
  • Unternehmensführung (Gestaltung von Unternehmensführung und –organisation, Rechnungswesen im Unternehmen, Sicherung von Finanzierung und Liquidität, Umsetzung von Marketingkonzepten und Kundenmanagement, Optimierung der Wertschöpfung),
  • Personalmanagement (Planung und Gewinnung von Personal, Personalführung und –entwicklung) und
  • Innovationsmanagement (Projektarbeit, Präsentation, Fachgespräch)

ab. Nach erfolgreicher Prüfung – Bestehen aller Prüfungsbestandteile mit mindestens ausreichenden Leistungen – erhalten Sie ein Zeugnis und eine Urkunde, um den Titel Betriebswirt (HWK) führen zu können.

Berufliche Perspektiven von Betriebswirten HWK

Da in den Handwerksbetrieben aller Wirtschaftszweige die Anforderungen an Unternehmer und Führungskräfte stetig steigen, können Sie mit dieser Aufstiegsqualifizierung zum Betriebswirt (HWK) etwa die in Ihrer Meisterausbildung erworbenen wirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse erweitern und vertiefen.

Sie sind mit dieser Weiterbildung in der Lage, Leitungsfunktionen in kleinen und mittelständischen Unternehmen oder Organisationen des Handwerks zu übernehmen, betriebliche Abläufe mit zeitgemäßen Managementtechniken an veränderte Marktsituationen anzupassen, komplexe betriebswirtschaftliche Problemstellungen zu lösen, Betriebsabläufe zu optimieren, Investitionsentscheidungen zu treffen und eine anforderungsrechte Personalentwicklung zu betreiben.

Als Betriebswirt (HWK) sind Sie zudem berechtigt, unter Berücksichtigung der länderspezifischen Regelungen ein Bachelor Studium an einer Fachhochschule oder Hochschule zu beginnen.

Dennoch soll diese Fortbildung nicht vordergründig auf ein Studium oder eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereiten, sondern das erworbene Wissen auf dem Arbeitsmarkt sofort verwertbar machen.

FAZIT:

Das Handwerk bildet mit seinen vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen unterschiedlichster Branchen das Kernstück der deutschen Wirtschaft. Daher richtet sich das primäre Ziel dieser Qualifizierung darauf, insbesondere unsere Führungskräfte und den Führungsnachwuchs des Handwerks für die Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen fit zu machen.




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